Das Reh - kein Sündenbock!
Bäume sind nicht alles. Für Vielfalt im Revier.
Wer erinnert sich nicht gern an den Anblick eines Rehs. Als Eltern und Großeltern freuen wir uns, wenn wir unseren Kindern und Enkeln die Tiere in freier Wildbahn zeigen können. Soll es damit nun vorbei sein?

Ist es erste Jägerpflicht, den Wald für die Holzproduktion von Rehen freizuhalten?
Ein neues Gutachten stempelt das Reh zum Sündenbock für Waldschäden, die den Holzertrag schmälern, und das Ganze unter dem ökologischen Deckmäntelchen. Jäger sollen gesetzlich dazu gezwungen werden, die Bestände drastisch zu reduzieren.
Wir sagen: Das Reh gehört genauso in den Wald wie die Bäume. Jäger in Deutschland investieren unzählige Arbeitsstunden und viel Geld, um im Rahmen der Hege einen gesunden und artenreichen Wildbestand zu gewährleisten.
Wenn das Reh aus dem Wald verschwindet ...
In einem Wald ohne Rehe werden weniger Pflanzentriebe verbissen. Das kann in manchen Gegenden hilfreich für den Aufbau eines artenreichen Mischwalds sein. Wer wollte das bestreiten.
Es gilt aber, alle Folgen zu bedenken, nicht nur eine! Was passiert zum Beispiel mit den Kröten, Libellen, Käfern, Pilzen und seltenen Pflanzen, denen das Schalenwild durch sein Verhalten Lebensräume schafft?
Den positiven Einfluss des Schalenwilds auf die biologische Vielfalt untersuchen Wissenschaftler im Auftrag der Jägerstiftung natur+mensch > mehr Informationen

Mangelnde Vielfalt in deutschen Wäldern geht nicht zuerst auf das Konto der Wildtiere. Waldbaukonzepte haben vielerorts über Jahrzehnte kein reichhaltiges Leben am Boden zugelassen. Jetzt, da schon aus klimatischen Gründen ein Umdenken unausweichlich ist, soll der Umbau zu Lasten des Schalenwilds mit minimalem Aufwand über die Bühne gehen.
Eigentümer und Jäger gemeinsam für vernünftige Lösungen
Wir sind überzeugt: Es geht auch anders. Dazu müssen Waldeigentümer und Jäger vor Ort im Dialog situationsangepasste Lösungen suchen. Im Rahmen des Gesamtprojektes "Wald, Wild und biologische Vielfalt" erarbeitet die Stiftung Handlungsempfehlungen.
Denn eines ist klar: Vernünftige Lösungen gibt es nur gemeinsam, nicht gegeneinander. Wir lassen es nicht zu, dass Eigentümer und Jäger, die in den meisten Fällen zu beiderseitigem Nutzen gut zusammenarbeiten, gegeneinander ausgespielt werden.
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