Erschreckende Wissenslücken beim Thema "Nachhaltigkeit"
Neue Studie zeigt: Projekte wie "Lernort-Natur-Koffer" sind unverzichtbar
Trotz intensiver Bemühungen durch die UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" kommt der Jugendreport Natur 2010 des Marburger Natursoziologen Dr. Rainer Brämer zu erschütternden Ergebnissen: Die 11 bis 15-Jährigen wissen nicht, was in der Natur passiert; und unter "nachhaltigem Handeln" verstehen sie Normen ökologischen Wohlverhaltens wie "keine Pflanzen ausreißen" (71 %) und "keinen Müll in den Wald werfen" (86 %). Die über 200 Jahre alten Grundsätze von Nachhaltigkeit "Nur so viel Holz ernten, wie nachwächst" oder "Tiere jagen, ohne sie auszurotten" erhalten deutlich weniger Zuspruch.
Die Sonne geht im Norden auf, aus dem Hirsch wird ein Reh und aus dem Kitz ein Kid - solche Meldungen aus dem Reich der Ahnungslosigkeit können nach den Vorgängeruntersuchungen seit 1997 leider nicht mehr überraschen. Das Thema "Nachhaltigkeit" zeigt jetzt aber überdeutlich, wohin uns derlei Entfremdung von der Natur führt: Es wächst eine Generation heran, die auf elementare Grundlagen verantwortlichen Handelns nicht mehr zurückgreifen kann.
Der Jugendreport Natur lässt nur eine Konsequenz zu: Die Bemühungen um effektive Naturbildung müssen noch verstärkt werden, um die Bildungsdefizite auszugleichen. Der Lernort-Natur-Koffer und das Naturbildungsengagement der Jäger sind für die Gesellschaft, für eine lebenswerte Zukunft unverzichtbare Beiträge.